SZU 2016/17
Projekttag ORF- Kurzwellensender Moosbrunn
Am 27. Juni 2017 besuchte eine Schüler/innengruppe mit FL Hawel die KW-Sendeanlage des ORF in Moosbrunn. Moosbrunn liegt in der Nähe von Grammatneusiedel. Der Treffpunkt war in Grammatneusiedel. Mit dem Bus fuhr die Gruppe nach Moosbrunn und nach einem Fußweg von etwa 20 min. erreichten wir die Sendeanlage.
Einleitendes Bild: Projekttag ORF- Kurzwellensender Moosbrunn

Der Leiter der Sendeanlage, Hr. Spitzbart erklärte den Sinn des Kurzwellenradios in der prä-Internetzeit, dass das Programm ROI (Radio Österreich International) des ORF in mehreren Sprachen ausgesendet wurde und vor allem die Nachrichtensendungen weltweit als neutral und als politisch unbeeinflußt von den Interessen des kalten Kriegs angesehen wurden. ROI hatte zeitweise weltweit mehr Hörer als Ö3. Im Leitwartenraum wurden die Schalttafeln und die Leitwarte selbst besichtigt und erklärt. Moosbrunn hat vier Sender mit einer Sendeleistung von 100 kW bis 500 kW welche mit einer Versorgungsspannung von 20.000 V betrieben werden. Die Spannung wird mit einem Schaltnetzteil generiert. Die Aussendung erfolgt im räumlich daneben befindlichen Sender.

Im Gebäude befindet sich ein kleines Radiomuseum, wobei einzelne Exponate erklärt wurden. Einige geräte sind komplett selbstgebaut, vor 1934 in sogenannten Radiobauvereinen, die dann aufgelöst wurden, weil es politisch nicht mehr opportun war zu wissen, wie man Empfänger für ausländische Sender baut. Dabei sahen unsere Schüler/innen auch wozu man die handwerklichen Fähigkeiten, die man in unseren Werkstätten erlernt, verwenden kann.

Die Schüler/innen lernten, wie der Sender abgeschaltet wird. Dies ist notwendig, damit man das Gelände der drehbaren großen Vorhangantenne betreten kann. Um die Schlüssel zum Tor zu erhalten muss zuerst der Transformator abgeschaltet werden. Sonst sind die Schlüssel für die weiteren Servicearbeiten mechanisch unzugänglich gemacht. Der Transformator muss geerdet werden damit die weiteren Türen zur Schaltnetzteil-Röhre und zur Senderöhre geöffnet werden können.

Hinter der Senderöhre kann eine Feinabstimmung des Senders durchgeführt werden. die großen runden Kupferrohre bilden eine Rollspule, das Gestänge in der Mitte ist der Abgriff.

Wenn Bauteile versagen oder ihre Lebensspanne erreicht haben, kann es zu ungeplanten Ausfällen kommen.

Die große Antenne ist drehbar gelagert, damit eine Richtwirkung erzielt wird. Die beiden ca. 70m Masten befinden sich auf einer Brücke mit einer Länge von 80m. Die Brücke bewegt sich am Rand auf einer Schiene, in der Mitte wird das Sendesignal zugeführt. Damit kann das Sendesignal in jede Richtung ausgesendet werden. Im Betrieb oder z.B. bei Vereisung ist das Betreten verboten weil große Eisstücke aus großer Höhe auf darunter befindliche Personen fallen könnten. Zum Abschluß durfte die Schüler/innengruppe die Antenne betreten und mit einer Radialgeschwindigkeit von 6 km/h wurde die Drehung der Antenne vorgeführt.